Schutz bei Spielsucht

 

Die negativen Auswirkungen der Spielsucht sind enorm. Über sie wird zum Teil in den Medien berichtet, unserer Meinung nach aber viel zu wenig. Betroffen ist nicht nur die spielende Person selbst, die all ihr Vermögen verspielt und auch noch Schulden macht. Vielmehr werden auch der Ehegatte und die Kinder in Mitleidenschaft gezogen. Die spielsüchtige Person ist eine Getriebene, die nicht glücklich sein kann. Neben den finanziellen Sorgen hat sie ständig ein schlechtes Gewissen, weil sie zwar erkennt, dass das Spielen für sie und ihre Familie schlecht ist, sie aber nicht aufhören kann, und weil sie das Glücksspiel oft verheimlicht und andere anlügt, um an Geld zu kommen. Nicht wenige haben keinen Ausweg mehr gesehen und ihrem Leben ein Ende bereitet.

 

Nicht übersehen werden darf auch, dass Spielsucht die Kriminalität befördert. Mehr Straftaten als man denkt haben ihren Ursprung in der Spielsucht.

 

Es ist ein absoluter Skandal, dass die bisherigen Gesetzgeber und Regierungsverantwortlichen die betroffenen Spieler und Spielerinnen zu wenig schützen. Es gibt zwar Spielerschutzvorschriften und entsprechende Pflichten für die einzelnen betreibenden Gesellschaften. Diese sind aber völlig unzureichend. Die oft angekündigte Vernetzung der Glücksspielbetreiber, bei der diese etwa abrufen können, ob ein Spieler oder eine Spielerin woanders gesperrt ist, gibt es noch nicht. Dabei wäre diese so wichtig. Gegen illegales Online-Glücksspiel wird auch nichts unternommen. 

 

Was kann man also tun, wenn man selber oder der Partner spielsüchtig ist?

 

Als erstes sollte man sich bei allen möglichen Anbietern lebenslänglich sperren lassen. Eine wichtige Hilfestellung in diesem Zusammenhang leistet die Initiative des Vereins Spielerhilfe an. Dieser bietet auf www.spielersperre.at das unentgeltliche Service an, die unwiderrufliche Sperre bei allen möglichen Anbietern zu beantragen. Außerdem informiert der Verein Spielerhilfe über Ersuchen von Angehörigen verschiedene Glücksspielanbieter über die Spielsucht der Betroffenen, damit sie im Idealfall das Spieleinschränken.

 

Wichtig wäre auch, dass die spielsüchtige Person die Einkommens- und Vermögensverwaltung dem nicht spielsüchtigen Ehepartner oder einer sonstigen Vertrauensperson überlassen. Dies wird freilich in der Realität kaum passieren.

 

Ein Ausweg könnte daher sein, bei Gericht zu beantragen bzw. anzuregen, dass eine Erwachsenenschutzvertretung bestellt wird. Das Gericht kann dann verfügen, dass bestimmte Verträge, etwa Glücksspielverträge, ohne Zustimmung der Erwachsenschutzvertretung nicht mehr gültig sind.

 

So könnte etwa verfügt werden, dass die Teilnahme am Glücksspiel der Genehmigung der Erwachsenenschutzvertretung bedarf. Wenn die betroffene Person dann trotzdem spielt und Geld verliert, können dann die Spielverluste leichter zurückgefordert werden.

 

Die Erwachsenenschutzvertretung kann aber überhaupt mit der Einkommens- und Vermögensverwaltung betraut werden.

 

Wichtig ist aber auch, Hilfe durch Therapie in Anspruch zu nehmen. Freilich wird sich das Problem nicht in einer oder zwei Therapiesitzungen bewältigen lassen. Hier bedarf es der Geduld.

 

Im Folgenden geben wir Beratungsstellen an, an die sich die betroffenen Spielerinnen und Spieler, aber auch deren Angehörige - sicher auch anonym - wenden können:

 

Selbsthilfegruppe Anonyme Spieler - W.Gizicki,

 Tel. +43/660 123 66 74,  E-Mail: SHG@anonyme-spieler.at, Internet: www.anonyme-spieler.at .

 

Verein Spielerhilfe

Tel. +43/664/991 25 509, E-Mail: hallo@spielerhilfe.at, Internet: www.spielerhilfe.atwww.spielersperre.at 

 

Anton Proksch-Institut

Tel. +43/1/880 10-0, Internet: www.api.or.at

 

Spielsuchthilfe

Tel. +43/1/544 13 57, E-Mail: therapie@spielsuchthilfe.at, Internet: www.spielsuchthilfe.at